© 2006 Burschen- und Mädchenschaft Niederquembach e. V.

Online seit 12.09.2006

Burschen- und Mädchenschaft “1972” Niederquembach e. V.

 

 

 

1. Vorsitzender & Webmaster

 

Tobias Rosenkranz

Auf der Hohl

35641 Schöffengrund - Niederquembach

 

 

2. Vorsitzender

 

Marcus Herbel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Disclaimer

 

Auf zahlreichen Websites findet man heute einen Text in diesem oder ähnlichem Wortlaut:

“Mit Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch die Ausbringung eines Links die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann - so das Landgericht Hamburg - nur dadurch verhindert werden, dass man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert.

Wir haben auf dieser Seite Links zu anderen Seiten im Internet gelegt. Für all diese Links gilt: Wir möchten ausdrücklich betonen, dass wir keinerlei Einfluss auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe. Deshalb distanzieren wir uns hiermit ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage und machen uns ihre Inhalte nicht zueigen. Diese Erklärung gilt für alle auf unserer Homepage ausgebrachten Links!”

Es ist erstaunlich, wie viele Website-Betreiber diesen sog. Disclaimer (Haftungsausschluß) inzwischen – offenbar völlig unreflektiert – übernommen haben. Die Suchmaschine Google liefert bei einer geeignet formulierten Anfrage eine halbe Million Treffer.

Im zitierten Urteil des LG Hamburg wird allerdings unmissverständlich festgestellt, dass die Anbringung eines derartigen Disclaimers gerade nicht ausreichend ist, um sich von fremden Inhalten zu distanzieren. Bestenfalls also ist der Disclaimer wirkungslos und damit überflüssig. Schlimmstenfalls ist er ein Indiz für vorhandenes Unrechtsbewusstsein. Denn die Existenz eines Disclaimers zeigt, dass sich der Website- Betreiber offenbar der Möglichkeit bewusst war, dass Links auf strafrechtlich relevante Inhalte verweisen könnten. Im übrigen wurde das Urteil niemals rechtskräftig, denn die Parteien haben sich schließlich in einem Vergleich geeinigt.

Was also veranlasst so viele Webmaster, einen Disclaimer zu verwenden?

Verbreitet scheint vielmehr die Meinung zu sein, man müsse diesen Disclaimer wortgetreu auf seine Seiten kopieren, um damit auf geheimnisvolle Weise (rechtliches) Unheil von sich und der Website abzuwenden. Es handelt sich also in Wahrheit nicht um eine rechtlich bedeutsame Klausel sondern um einen Zauberspruch. Das Phänomen sollte vielleicht einmal von Volkskundlern näher untersucht werden.